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Was das Reisen in Mittelamerika so angenehm macht, ist die Tatsache, dass man problemlos von einem Land ins andere hüpfen kann und eine Entfernung von gerade einmal zwei Stunden oft einen völligen Kulturwechsel zur Folge hat. So auch der zwischen Mexiko und Belize!

Neunzig Minuten dauert die stürmische Fahrt mit dem Wassertaxi von Chetumal, im Süden der Halbinsel Yucatan, nach Belize City. Hier, in dem winzigen Land zwischen Mexiko und Guatemala wird auf einmal wieder Englisch gesprochen. Die Mentalität unterscheidet sich dagegen kaum zu der, der anderen beiden Länder. Belize ist eher noch ein bisschen langsamer, ein bisschen mehr relaxed: Der Travel Shop hat anscheinend keine Lust mehr, Tickets für die nächste Fähre zu verkaufen und macht direkt vor unserer Nase zu. Als unser Boot während eines Tauchtrips mitten auf dem Meer stehen bleibt, legt sich unser Kapitän erst einmal in die Sonne und teilt uns mit, dass er es in zwanzig Minuten noch einmal probieren wird – man kann nicht anders, als sich von dieser entspannten Atmosphäre mitreißen zu lassen. Es kommt mir vor, als wäre hier die Welt stehengeblieben.

Von Belize City nach Caye Caulker

Belize City ist nur ein kurzer Zwischenstopp auf unserem Weg zur Karibikinsel Caye Caulker. Es ist zwar nicht hässlich und wirkt keinesfalls wie eine Großstadt, ist aber hektischer und lauter, als der Rest des Landes. Da die meisten Touristen, die hier ankommen, auf eine der beiden Inseln Caye Caulker oder San Pedro weiterfahren, müssen wir einige Stunden anstehen, um erst Tickets und dann die Fähre nach Caye Caulker zu erwischen.

Eine halbe Stunde dauert die Reise und schließlich sind wir endgültig in der Karibik angekommen: Reggae, Rastafari, bunte Holzhütten direkt am Strand und das Belize Barrier Reef vor der Haustür.

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Belize: Nützliche Infos

Ein Visum brauchst Du als deutscher Staatsbürger nicht für Belize. Bei der Einreise füllst Du einen Zettel aus und bekommst einen Stempel mit der Einreisegenehmigung für 30 Tage. Auch die Weiterreise in andere Länder Mittelamerikas funktioniert völlig problemlos.

In Belize bezahlst Du mit Belize Dollars. Ein Dollar entspricht etwa fünfzig Cent (Euro), was das Umrechnen einfach macht. Wer hier die für Mittelamerika typisch günstigen Preise erwartet, wird allerdings enttäuscht. Selbst für deutsche Verhältnisse ist Belize relativ teuer. Eine Nacht im Doppelzimmer ist, selbst in einer einfachen Hütte mit geteiltem Badezimmer, kaum für unter 50 Belize Dollar zu haben. Das beste Preis- Leistungsverhältnis bietet, da ist man sich auf der Insel fast einstimmig einig, The Novelo, ein Guesthouse direkt am Strand.

Autos gibt es auf Caye Caulker nicht. Du kannst Dir zwar ein Fahrrad oder einen Golf Caddy ausleihen – die Insel ist aber so klein, dass sich selbst das nicht lohnt.

Die beste Reisezeit für Belize

Optimal ist es, wie allgemein im Karibikraum, zwischen Dezember und Mai zu reisen. Am angenehmsten ist das Klima zwischen Februar und April. Perfekt also, um der ekligsten Zeit in Deutschland zu entgehen. Die Hurrikane-Saison von August bis Oktober solltest Du besser vermeiden.

Caye Caulker: Was tun?

Es gibt genau eine Hauptstraße, auf der sich alles abspielt. Hier findest Du Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Cafés. Kleiner Tipp: Amor y Café serviert das beste Frühstück auf der Insel. Für die Frühaufsteher der ersten Fähre gibt es bereits vor der Öffnung morgens Frühstückspakete zum Mitnehmen.

Die Parallelstraße zur Hauptstraße ist die Strandpromenade, wo es ebenfalls tolle Restaurants gibt. Die sind zwar etwas teurer, dafür isst Du mit den Füßen im Sand.

Ausflüge zum Reef

Eine der Hauptattraktionen auf Caye Caulker, ist ein Ausflug zum Belize Barrier Reef, dem zweitgrößten Riffsystem der Welt, nach dem Great Barrier Reef. Da das Riff (wie so oft) durch Massen an Touren und Touristen bereits stark geschädigt ist, haben wir uns für eine Alternative entschieden. Nur mit unserem Kapitän und seinem kleinen Fischerboot fuhren wir raus aufs Meer und nach nicht einmal einer halben Stunde hatten wir eine der schönsten Unterwasserwelten erreicht, die ich je gesehen habe. Es ärgert mich immer noch, gerade auf dieser Reise meine GoPro vergessen zu haben. Allerdings hatte ich so noch mehr Zeit, alle Eindrücke aufzusaugen.

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Neben bunten Fischen und Korallen, sahen wir auch immer wieder Stachelrochen und Ammenhaie, die neugierig auf uns zuschwammen. Dieser Bootstrip war definitiv mein Highlight der Reise. Ein unvergessliches Erlebnis.

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Kein Strand?

Es gibt tatsächlich keinen herkömmlichen Strand mit Zugang zum Wasser auf Caye Caulker. Vielmehr liegt man entweder im Gras vor einer Bucht oder auf einem Steg. Ganz im Norden der Insel kannst Du auf einer Hängematte mitten im Wasser gemütlich den Sonnenuntergang genießen.

Fazit zu Belize

Belize hat für seine Größe wahnsinnig viel zu bieten. Es gibt soviel zu tun und zu sehen – von den Maya Tempeln, über den Dschungel bis zur atemberaubenden Unterwasserwelt vor vielen kleinen Trauminseln.

Caye Caulker ist nur einen Katzensprung von Belize City entfernt, was es für uns, da wir nicht genügend Zeit hatten, so attraktiv gemacht hat. Andernfalls hätten bei mir das Glover’s Atoll oder das Turneffe Atoll ganz oben auf der Liste gestanden. Da es dort nicht mehr als drei oder vier Unterkunftsmöglichkeiten gibt, sind diese Inseln aber auch entsprechend teurer.

Das Motto auf Caye Caulker lautet übrigens: „Go slow!“ Ein Satz, den hier jeder automatisch sofort ab Ankunft beherzigt.

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