Mein erster Trip nach Südamerika war der nach Brasilien. Genauer gesagt an die Samba Metropole am Zuckerhut: Rio de Janeiro. Die, wie manche meinen, schönste Stadt der Welt.

Und Rio hat definitiv einiges an Schönheit zu bieten. Angefangen bei den vielen wunderschönen Menschen, die bereits morgens um sechs ihre Traumkörper an einer der vielen Work-out Stationen entlang der Copacabana stählen. Die einzige Stadt der Welt, in der mir bei vierzig Grad Außentemperatur, in praller Mittagssonne mehr Jogger entgegenkamen, als in deutschen Parks kurz vor der Freibadsaison. In einem Land mit 365 Sonnentagen im Jahr und mehr Stränden als Einwohnern ist eben kein Platz für den inneren Schweinehund.

In Rio de Janeiro spielt das Leben am Strand: Copacabana, Ipanema. In diesen Stadtteilen befinden sich die beliebtesten Strandabschnitte, die meistens Hostels und auch die meisten Touristen. Aber die Stadt hat natürlich noch viel mehr zu bieten. Planst Du gerade Deine erste Brasilien-Reise? Dann lies hier, was Du alles erleben kannst!

Brasilien: Nützliche Tipps

In Brasilien wird ausschließlich Portugiesisch gesprochen und obwohl alle Nachbarländer spanischsprachig sind, kannst Du Dich nicht immer darauf verlassen, auf Spanisch verstanden zu werden. Noch schlechter sieht es allerdings mit Englisch aus, vor allem in kleinen und weniger touristischen Orten.

Geldabheben mit der Kreditkarte oder auch mit EC-Karte ist nirgendwo in Brasilien ein Problem. Bezahlt wird mit dem brasilianischen Real, der etwa 22 Cent entspricht.

Auch die Einreise funktioniert von Deutschland aus völlig problemlos. Ein- und Ausreisepapiere werden im Flugzeug oder direkt am Flughafen ausgefüllt. Achte nur darauf, dass Dein Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig ist.

Wie komme ich hin?

Nach Brasilien selbst kommst Du, wenn Du rechtzeitig buchst und nicht gerade zur Hochsaison im europäischen Sommer oder zur Karnevalszeit im Februar reisen möchtest, relativ günstig. Wir haben zwar genau das getan, nämlich etwa zwei Wochen vorher für Februar gebucht, aber trotzdem noch Glück gehabt. Geflogen sind wir mit LAN Chile, von denen ich absolut begeistert war, die aber leider inzwischen ihren Betrieb eingestellt haben. 600 Euro klingt zunächst nicht viel für Hin- und Rückflug. Ich weiß aber von anderen Leuten, dass es auch billiger geht.

Meist sind Flüge nach Sao Paulo etwas günstiger und selbst wenn Du nicht vorhast, im Land zu reisen, kann sich ein Flug dorthin lohnen. Innerhalb Brasiliens kann man, auch über Nacht, entspannt mit dem Bus fahren, was eine gute Alternative zu den ziemlich teuren Inlandsflügen ist. Wenn Du die Kategorie „Leito“ buchst, sparst Du dir sogar tatsächlich eine Übernachtung, da diese Busse richtige Betten haben. Ich war nach einer Nacht im Bus definitiv nie so erholt, wie in Brasilien.

Unterkünfte in Rio de Janeiro

Die erste Nacht in Rio verbrachten wir im Bamboo Hostel, direkt an der Copacabana. Ein super Hostel, vor allem, wenn Du allein unterwegs bist, da jede Menge Aktivitäten angeboten werden. Vom obligatorischen Bar Hopping, über gemeinsame Ausflüge zur Christus Statue und zum Zuckerhut bis zum Paintball in einer Favela (wem’s gefällt) ist alles dabei.

Danach hatten wir das Glück, bei der Familie eines Freundes in Niteroi zu wohnen, einem Vorort von Rio de Janeiro, auf der anderen Seite des Guanabara Bay, was den Vorteil hatte, jeden Morgen mit dem Schiff in die Stadt fahren zu können. Viele Brasilianer, die in Rio arbeiten, wohnen in Niteroi, weshalb die Fähre überfüllt von Menschen in Anzug und Krawatte mit Aktentasche ist. Auch hier gibt es günstige Hostels und Hotels und der Strand ist etwas leerer und mehr von Einheimischen bevölkert, als die Strände in der Stadt.

Ist Rio de Janeiro gefährlich?

In Brasilien ist, wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern, die Spanne zwischen Arm und Reich extrem groß. Mit Taschendiebstählen ist, gerade an touristischen Orten, immer zu rechnen und es macht Sinn, nicht viel Bargeld oder Wertgegenstände herumzutragen. Öffentliche Verkehrsmittel kannst Du zu jeder Zeit völlig problemlos benutzen. Vermeide aber am besten abgelegene Orte oder Favelas, sobald es dunkel wird.

Rio de Janeiro Sehenswürdigkeiten

Mal abgesehen von Zuckerhut und Christusstatue hat Rio wahnsinnig viel zu bieten. Wenn Du etwas mehr Zeit mitbringst, lohnt sich ein Ausflug zu einem der vielen Wasserfälle außerhalb Rios oder ein Tagestrip in die umliegende Landschaft. Südlich der Stadt liegt der Floresta de Tijuca Nationalpark und ob Du es glaubst oder nicht- rund um Rio gibt es sogar einige Gipfel zu besteigen. Vom Pedra de Gávea kannst Du paragliden und dann am Strand von Sao Conrado landen.

Mit der Seilbahn zum Zuckerhut

An Corcovado und Sugar Loaf kommst Du natürlich trotzdem nicht vorbei. Beide sind sehr leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und sollten auf keiner Brasilien-Reise fehlen. Allein die Fahrt mit der Seilbahn auf den Zuckerhut und der Ausblick, den Du währenddessen genießen kannst, sind die Sache wert.

Mit dem Bus fährst Du am besten direkt zu der Talstation Praça General Tibúrcio. Von dort aus kannst Du entweder die erste Etappe bis zur mittleren Station laufen, was etwa vierzig Minuten dauert, oder direkt die Seilbahn nehmen. An der mittleren Station endet der Fußweg und die Fahrt in der Gondel beginnt. Etwa zwanzig Euro kosten Hin- und Rückfahrt umgerechnet. Die Plattform ist größer als erwartet und der Blick reicht über die Bucht vor Niteroi bis zur berühmten Christusstatue.

Die Christusstatue

Zum Christo selbst geht es dagegen mit einer Zahnradbahn. Auf dem steilen Weg nach oben siehst Du aus den offenen Wagen die Affen durch die Bäume springen.

Auch hier macht es Sinn, zunächst den Bus zum Fuß des Berges Corcovado zu nehmen und sich von dort auf den Weg zu machen. Nach zwanzig Minuten Fahrt bist Du auf der ersten Plattform angekommen und kannst nun die Treppen zu der (zugegebenermaßen wirklich imposanten) Statue erklimmen. Nicht nur die Statue, sondern vor allem der Ausblick beeindrucken mich. Was für eine Stadt!

Selarón

Es füllt bereits einen ganzen Tag in Rio aus, einfach nur durch die Straßen zu schlendern und sich treiben zu lassen. Im alten Stadtzentrum kannst Du ein kurzes Stück mit der einzigen Straßenbahn Rio de Janeiros fahren. Wunderschön sind auch die Viertel Santa Teresa oder Lapa, mit seiner berühmten bunten Treppe, die Du bestimmt schon auf vielen Bildern gesehen hast. Die Selarón-Treppe mit den schönsten Fliesen aus aller Welt.

Strände in Rio de Janeiro

Der Strand soll in Rio aber natürlich nicht zu kurz kommen. Wem es an der Copacabana doch etwas zu voll wird, geht nach Ipanema. Direkt neben dem Strand befindet sich der Arpoador Felsen, der Lieblingsort vieler Cariocas zum Sonnenuntergang.

Das Maracana Stadion in Rio

Es ist natürlich sowieso völlig unmöglich in Brasilien am Fußball vorbeizukommen. Du kannst es Dir aber auch ganz leicht machen und spontan ein Ticket für das Maracana Stadion für ein Spiel der lokalen Vereine kaufen. Ein Erlebnis das sich im fußballbegeisterten Brasilien auf jeden Fall lohnt.

Ausflüge

Allein mit Ausflügen rund um Rio, kannst Du bereits mehrere Wochen füllen. Dazu musst Du Dich noch nicht einmal weit von der Stadt wegbewegen.

Von Rio de Janeiro nach Buzios

Wohin geht der Wochenendtrip eigentlich, wenn man in einer Stadt wie Rio de Janeiro wohnt? Es geht auf die Halbinsel Búzios, dem Hotspot für die Schönen und Reichen des Landes. Knapp zwei Stunden sind wir mit dem Auto unterwegs (die Rückfahrt am Sonntagabend dauerte übrigens wesentlich länger). Das ehemalige Fischerdorf Búzios ist inzwischen übersät mit Edelrestaurants, Galerien und Luxusboutiquen. Trotzdem scheint es nichts von seinem Charme eingebüßt zu haben.

Jeder kennt hier jeden: Tagsüber trifft man sich am Strand, abends in einem der Nachtclubs, ohne sich abzusprechen. Als Mitternachtssnack werden überdimensionale Sushi-Rollen verteilt.

Einen Abstecher nach Búzios kann ich jedem Rio-Urlauber empfehlen, bevor es wieder zurückgeht, ins bunte Chaos von Rio de Janeiro.

Von Rio nach Sao Paulo

Die direkte Fahrt von Rio de Janeiro nach Sao Paulo dauert mit dem Bus etwas länger als sechs Stunden. Perfekt also für eine Nachtfahrt in einem der Leito-Busse, mit richtigen Betten. Etwa zwanzig Euro bezahlst Du für diese 600 km lange Fahrt. Ein echtes Schnäppchen.

Sao Paulo selbst hat auf den ersten Blick natürlich nicht so viel zu bieten, wie das große Rio, mit seinen berühmten Sehenswürdigkeiten. Das Treiben auf den Straßen ist allerdings noch bunter, das Nachtleben noch verrückter – und die Straßen noch voller. Mit dem Auto fahren wir durch den Feierabendverkehr, auf der Suche nach einem freien Tisch im Restaurant. Anhalten lohnt sich nicht. Der Kellner ruft uns einfach durchs Fenster zu, dass alles ausgebucht ist. Erst nach über einer Stunde haben wir endlich Glück. Man sehnt sich fast ein bisschen nach der Ruhe in Rio de Janeiro.

Von Rio nach Belo Horizonte

Belo Horizonte. Ausgesprochen von einem Brasilianer klingt das Wort so schön wie seine Bedeutung: Schöner Horizont. Wahrscheinlich mein portugiesisches Lieblingswort. Die Stadt liegt genauso weit von Rio entfernt, wie Sao Paulo, nur in die entgegengesetzte Richtung, nämlich im Norden. Dank weniger Touristen ist sie unglaublich authentisch und wesentlich ruhiger als die Metropolen im Süden.

Am besten ist es, sich ein Auto zu mieten, um die Umgebung zu erkunden. Etwa eine Stunde entfernt liegt das Örtchen Ouro Preto (Schwarzes Gold), benannt nach seiner Goldgräbervergangenheit. Kleine Gassen, Berghänge und imposante Dorfkirchen bestimmen hier das Stadtbild und machen den Ort perfekt für einen Tagesausflug.

Essen in Rio

Das Essen! Definitiv eines meiner Highlights in Brasilien. Hauptsächlich die vielen frischen Früchten, die natürlich alle viel besser schmecken als zu Hause. Am meisten fehlt mir Acai, was ich in Brasilien erst kennengelernt habe und was ich seitdem in jedem Smoothie vermisse. Außerdem habe ich nirgends so leckere Käsebällchen (Paos de Queijo) gegessen wie dort. Eigentlich habe ich nirgendwo überhaupt mehr Käsebällchen gefunden, nachdem ich aus Brasilien zurück war. Es gibt aber auch viele gewöhnungsbedürftige Kreationen, wie die Angewohnheit alles mit Ketchup zu essen. Der wird in jedem Restaurant in Rio de Janeiro serviert – am liebsten zur Pizza.

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