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Wie man auf die Idee kommt, Urlaub in Honduras zu machen? Vermutlich, indem man ein Auslandssemester zwei Länder weiter, in Mexiko, verbringt und ein passendes Reiseziel für die Osterferien sucht. Einmal quer durch Guatemala, ging es also nach Honduras, genauer gesagt nach Copán und zu den berühmten Maya Ruinen.

Wo liegen die Copán Ruinen?

Die kleine Stadt Copán liegt direkt hinter der Grenze zu Guatemala. Wenn Du also sowieso gerade in Guatemala unterwegs bist (auch wenn Du meinst, dabei schon mehr als genug Pyramiden gesehen zu haben), lass Dir diese beeindruckende Maya-Stätte nicht entgehen! Von Copán sind es noch etwa 30 Minuten mit dem Fahrrad-Taxi zu den Pyramiden.

Wie komme ich nach Copán?

Der einfachste Weg, ohne große Umstiege, ist die direkte Anreise aus Guatemala-Stadt. Das dauert etwa 7 Stunden (inklusive Warten an der Grenze) und geht entweder im Bus oder im Colectivo. Da es ein doch recht langer und teilweise holpriger Weg ist, würde ich immer zum Colectivo, einem Kleinbus tendieren. Die sogenannten chicken buses eignen sich eher für kürzere Strecken, da Du absolut zusammengepfercht und unbequem sitzt.

Grenzübertritt: Guatemala -Honduras

Durch die vielen kleinen Länder, für die jedes Mal ein neues Visum benötigt wird, kann das Reisen in Mittelamerika manchmal etwas nervig sein. Auch in Honduras hieß es erst einmal wieder raus aus dem Bus, am Ende der Schlange für den begehrten Stempel anstehen, zwischendurch aufdringliche Menschen abwimmeln, die Währung tauschen wollen, um am Ende festzustellen, dass sie tatsächlich die einzige Option gewesen wären, zu dieser Uhrzeit noch Geld zu wechseln. Dann wieder rein in den Bus und weiter ging es nach Copán.

Es macht übrigens Sinn, schon an der Grenze einige der guatemaltekischen Quetzales in honduranische (?) Lempiras umzutauschen, da man nie sicher sein kann, wo sich der nächste Bankautomat befindet. Auch wenn die vielen herumstehenden Menschen mit ihren Geldbündeln in der Hand nicht gerade vertrauenswürdig wirken – der Wechselkurs ist tatsächlich okay.

Übernachten in Copán, Honduras

An die lateinamerikanische Flexibilität gewöhnt, kamen wir spätabends in Copán an, ohne eine Unterkunft gebucht zu haben. Keine gute Idee, wie sich herausstellte. Fast alles Hotels waren zur Semana Santa ausgebucht. Im La Posada hatten wir Glück, das letzte Doppelzimmer zu ergattern und blieben zwei Nächte.

Von Copán zu den Ruinen

Von unserem Hotel im Stadtzentrum dauerte es etwa zwanzig Minuten mit dem Fahrrad-Taxi zur eigentlichen Maya Stätte. Da die relativ günstig sind, lohnt sich laufen nicht wirklich. Die Strecke geht sowieso nur an der Straße entlang.

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Die Copán Ruinen

Ich war durch die vielen Maya Ruinen, die ich in Mexiko bereits gesehen hatte, schon etwas übersättigt. Die Copán Ruinen haben mich aber noch einmal völlig beeindruckt. Mitten im Regenwald lagen plötzlich diese wunderschönen Pyramiden, etwas verstreut und noch verlassender wirkend, als alle, die ich zuvor besucht hatte. Statt auch nur einem einzigen Menschen, liefen uns alle möglichen Tiere über den Weg. Überall in den Bäumen saßen rote und blaue Aras. Ich habe sie hier tatsächlich zum ersten Mal in freier Wildnis beobachtet und war fasziniert von ihren knalligen Farben zwischen all dem Grün.

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Die Pyramiden von Copán kannst Du, im Gegensatz zu vielen anderen sogar besteigen. ABER: bitte, bitte halte Dich an die freigegebenen Wege, damit das auch so bleibt. Der Blick über die Baumkronen des Regenwaldes ist jedenfalls atemberaubend.

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Auch diese Maya-Stätte ist um einen zentralen Platz herum angelegt, der den berühmten Ballspielplatz der Mayas beinhaltet. Ich hatte von dieser Geschichte schon während der Besichtigung einer anderen Stätte gehört:

Zwei Mannschaften spielten gegeneinander und mussten versuchen, den Ball ins gegnerische Spielfeld zu katapultieren, ohne ihn auf ihrem Boden aufkommen zu lassen. Er durfte dabei nur mit Hüfte, Kopf oder Knien berührt werden – auf keinen Fall mit den Händen oder Füßen. Durch das Ballspiel wurden die Opfer für die nächste Menschenopferung ausgelost. Allerdings wurde ein Mitglied der Siegermannschaft geopfert, nicht eines der Verlierer, da die Opferung für die Mayas eine große Ehre bedeutete.

Honduras: Nützliche Tipps

Trotz der vielen Warnungen zu Beginn, dass Honduras das Land mit der höchsten Mordrate der Welt sei, habe ich mich dort nicht unwohl gefühlt. Man sollte es wohl, wie immer vermeiden, gerade als Frau, nach Einbruch der Dunkelheit allein unterwegs zu sein.

Das größte Problem für mich war aber tatsächlich das Währungschaos: Viermaliges hin- und wieder zurückwechseln. Alles ohne offizielle Wechselstuben. Da blieb einiges auf der Strecke. Unser Problem in Honduras war, dass wir nur mit guatemaltekischer Währung eingereist sind und einen ganzen Tag lang niemanden finden konnten, der uns Geld wechseln wollte, geschweige denn einen funktionierenden Bankautomaten.

Ich empfehle für das Reisen in Honduras, immer eine Visa Karte dabeizuhaben, da man ohne Kreditkarte (meist nicht einmal mit Mastercard) kaum eine Chance hat an Geld zu kommen. Im Nachhinein wäre es wohl am schlausten gewesen, für jedes Land auf unserer Reise schon in Mexiko das Geld zu tauschen. Gerettet haben uns am Ende übrigens die guten alten Traveller Checks!

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