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Outback Australien: Die beste Route für Deinen Road Trip

Aborigines, Ayers Rock und endlose, einsame Straßen – eine der aufregendsten Strecken für einen Road Trip in Australien ist sicher die, einmal quer durch die Mitte. Mit dem Camper durch das australische Outback, von Alice Springs nach Darwin. Zwei Wochen lang fuhren wir durch das Red Center bis in die Tropen, schliefen in unserem Camper, badeten in Hot Springs und trafen auf Kängurus, Aborigines und Außerirdische. Hier findest Du meine Route durch das Outback mit allen Highlights.

Road Trip durch das Outback Australiens: Tipps

Die Frage, die sich am Anfang stellte war, wo wir starten und wo wir enden wollten. Der erste Gedanke: wir fahren von Adelaide nach Darwin und durchqueren so einmal den kompletten Kontinent, von Süden nach Norden. Am Ende entschieden wir uns dafür, dass zwei Wochen im Nirgendwo für den Anfang genug sind und wir auch nicht länger einen Camper mieten wollten. Da die obere Hälfte der Strecke mehr Attraktionen zu bieten hat, begannen wir unseren Road Trip also in Alice Springs.

Unseren Camper mieteten wir vor Ort in Alice Springs. Da Wicked Campers überall in Australien vertreten ist, konnten wir ihn zwei Wochen später in Darwin zurückgeben. Offiziell ist es nicht erlaubt, mit einem Mietwagen über die unbefestigten, „roten“ Straßen zu fahren, meistens kommst Du aber nicht drumherum. Alternativ kaufen viele Backpacker in Australien einen gebrauchten Bulli und verkaufen ihn wieder, wenn sie zurück nach Hause fliegen.

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Das Fahren bei Nacht ist im australischen Outback übrigens keine gute Idee. Bereits in der Dämmerung rannte uns ein Känguru mitten ins Auto. Es hatte Gott sei Dank Glück im Unglück und konnte ganz normal weiterhüpfen. Man sieht allerdings an den toten Tieren am Straßenrand, wie viele Wildunfälle es auf den langen Straßen durch die Wüste gibt.

Camper Australien: Wo übernachten?

In Australien ist es nicht erlaubt, seinen Camper einfach irgendwo in der Natur abzustellen und dort zu schlafen. Es ist auch nicht überall ungefährlich. Du fährst also am besten rechtzeitig, bevor es dunkel wird, einen Campingplatz an. Da wir manchmal Pech hatten und nichts mehr frei war, parkten wir einige Male auf einem Hotelparkplatz und hofften, dass niemand uns wegschickt. Ein anderes Mal mussten wir zum Duschen über den Zaun eines Campingplatzes klettern, da die Rezeption bereits geschlossen hatte. Wer also schon genau weiß, wann er wo anhalten möchte, sollte versuchen, viele Stellplätze im Voraus zu buchen.

Auf den Campingplätzen wimmelt es übrigens nur so von Dingos. Diese Wildhunde sind zwar unheimlich niedlich und zahm – trotzdem solltest Du auf das Füttern verzichten.

Alice Springs – Erste Begegnung mit Aborigines

Eigentlich hatte ich gedacht, dass Alice Springs eine relativ normale Stadt im australischen Northern Territory wäre, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Wir hatten hier nur eine Übernachtung, bevor wir am nächsten Tag unseren Road Trip starten wollten und ich war froh, als wir aus der Stadt herauskamen. Alice Springs selbst ist ziemlich hässlich und nicht besonders spektakulär. Es kam mir teilweise vor, wie eine Geisterstadt. Hier leben die meisten der Aborigines – allerdings alles andere als in die Gesellschaft integriert. Sie sind ausnahmslos völlig verwahrlost und betrunken. Selbst kleine Kinder laufen pöbelnd und Wein trinkend über die Straße. Man merkt, dass es der australischen Regierung am liebsten wäre, die Ureinwohner blieben in ihren abgeschlossenen Reservaten, wo sie keine Touristen belästigen. Regelmäßig werden Betrunkene von der Polizei aus dem Stadtzentrum abtransportiert. Mit dem ehemals spirituellen und naturverbundenen Leben ihrer Vorfahren haben die heutigen Aborigines jedenfalls nicht mehr viel gemeinsam.

Kings Canyon

Am nächsten Morgen ging es direkt los, Richtung Kings Canyon. Nach fünf Stunden Fahrt durch mehr oder weniger kahle Landschaften bist Du mitten im roten Zentrum von Australien. Am Kings Canyon angekommen gibt es verschiedene Wanderwege, die in die eindrucksvolle Schlucht führen. Von vielen Aussichtspunkten kannst Du einen Blick auf das Wasserloch in der Schlucht werfen. Das letzte Stück des Weges bis dorthin ist allerdings nicht mehr zugänglich, da es heiliges Land der Aborigines ist.

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Ayers Rock – Uluru

Wenn Du den Ayers Rock, das Wahrzeichen Australiens, besuchen möchtest, musst Du noch einmal weitere drei Stunden Richtung Süden fahren, bevor es losgeht in Richtung nordische Tropen.

Im Nationalpark des Ayers Rock wird es nach vielen einsamen Stunden auf leeren Straßen plötzlich sehr touristisch. Viele teure Resorts liegen nur wenige Fahrminuten vom berühmten Felsen entfernt. Selbst einen eigenen Flughafen gibt es hier. Ich würde allerdings niemandem empfehlen, direkt zum Ayers Rock zu fliegen. Dabei würde Dir viel von der eigentlichen Reise durch die Wildnis und das Verständnis für die Kultur dieses Staates verloren gehen.

Der Uluru- Kata Tjuta- Nationalpark beginnt bereits über eine Stunde Fahrt vom Ayers Rock entfernt. Hier bezahlst Du eine Eintrittsgebühr. Eine Möglichkeit zum Campen gibt es im Nationalpark nicht. Da wir allerdings zum Sonnenaufgang am Ayers Rock sein wollten, stellten wir unseren Camper auf einem Hotelparkplatz ab und wurden glücklicherweise nicht kontrolliert.

Durch den Wechsel des Lichts während Sonnenuntergang und Sonnenaufgang erscheint der Ayers Rock abwechselnd in leuchtend rot oder lila. Es sieht tatsächlich so aus, als würde ihn jemand plötzlich mit Farbe überschütten. Um dieses Spektakel zu beobachten, kommen zu diesen Zeiten die meisten Touristenbusse an. Hier lohnt sich ein eigenes Auto, um sich schon vorher die besten Plätze zu sichern. Pünktlich zu Beginn des Sonnenuntergangs kommen dann die Touristengruppen an, schießen ihre Bilder und fahren zehn Minuten später wieder ab.

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Hast Du mehr Zeit, kannst Du einige Stunden lang um den Uluru herumwandern. Es gibt dort mehrere Wanderwege und Du wirst erstaunt sein, über seine eigentliche Größe. Es gibt Stellen, wo der Uluru sogar bestiegen werden kann, man sollte aber aus Respekt vor den Ureinwohnern darauf verzichten.

Kata Tjutas – Die Olgas

Die Olgas sind eine weitere Gesteinsgruppe, nur wenige Kilometer vom Ayers Rock entfernt. Auch hier gibt es verschiedene Wanderwege mit tollen Aussichtspunkten. Da es im Sommer gerne einmal über vierzig Grad warm werden kann und die Wege alle recht anstrengend sind, sind viele von ihnen zum Schutz der Touristen zeitweise gesperrt.

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Richtung Norden

Fährst Du aus dem Uluru- Nationalpark raus Richtung Norden, kommt lange erst einmal nichts. Auch keine Tankstellen. Du solltest Dir angewöhnen, jede Gelegenheit zum Tanken nutzen, egal wie voll der Tank noch ist, da die letzten Meter sonst zur nervlichen Tortur werden können.

Auf dem Weg zu den Devils Marbles (Karlu Karlu) kam uns fast einen ganzen Tag lang kein einziges Auto entgegen. Das Schöne ist, wenn dann eins kommt, sind alle völlig begeistert, hupen und grüßen sich und freuen sich, dass sie doch nicht mehr allein auf der Welt sind.

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Nach einem vollen Tag Autofahrt wollten wir einen Campingplatz in der Nähe der Devils Marbles finden, um am nächsten Morgen früh dorthin weiterzufahren. Die einzige Möglichkeit, unseren Camper noch vor der Dunkelheit abzustellen, war in Wycliffe Well.

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Ufotown Wycliffe Well war völlig ausgestorben. Es besteht eigentlich nur aus einem Campingplatz mit nichts als einer Menge Aliens in Übergröße und einem gruseligen Platzwart. Nicht nur, dass wir die einzigen Gäste auf dem Campingplatz waren, wir wurden nachts auch noch durch eine laute Schlägerei unter Aborigines geweckt und waren froh, als wir am nächsten Morgen weiterfahren konnten.

Devils Marbles

Unseren nächsten Halt machten wir bei den Devils Marbles, einer wunderschönen Gesteinsstätte mitten im Nirgendwo. Sie liegt etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Alice Springs und Darwin. Da dort überall nur wenige Backpacker unterwegs sind, waren wir die ganze Zeit über allein. Die Steine sehen tatsächlich aus, wie aufeinander drapierte Murmeln und trotzdem ist alles ganz natürlich. Sie werden auch Karlu Karlu oder die Teufelsmurmeln genannt.

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Die Einfahrt von der großen Straße zu den Devils Marbles ist übrigens leicht zu übersehen. Nur ein kleines Schild weist Dich darauf hin, dass Du hier abbiegen kannst.

Hot Springs in Katherine

Angekommen in Katherine, hatte ich das Gefühl, dass der Road Trip nun schon fast vorbei ist. Du hast das Red Center hinter Dir gelassen und alles wird plötzlich grün und tropisch. Aber auch im Norden unterschätzt man die Entfernungen leicht. Katherine liegt noch etwa vier Fahrstunden von Darwin entfernt und es gibt auf dem Weg noch einiges zu sehen. Ganz in der Nähe von Katherine findest Du die ersten Hot Springs – ein absolutes Muss für alle Naturpool-Fans. Dafür biegst Du auf dem Highway Richtung Katherine River ab und läufst den Weg nach unten zum Flussbett, zu den heißen Quellen.

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Litchfield Nationalpark

Wer möchte, kann auf dem Weg von Katherine nach Darwin noch einen kleinen Umweg über den Kakadu Nationalpark machen oder direkt den Litchfield Park besuchen, der auf der Strecke liegt. Hier erwarten Dich Wasserfälle, riesige Tropenbäume und viele Tiere, von Papageien bis Krokodilen. Wir sind einen Fluss bis zu einem Wasserfall entlang geschwommen – im Nachhinein das Dümmste, was Du machen kannst, da man seitdem immer wieder von Vorfällen gehört hat, bei denen Touristen von Krokodilen angegriffen wurden.

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Wir haben uns übrigens zur Dämmerung im Nationalpark verfahren und brauchten Stunden, bis wir es wieder auf eine normale Straße geschafft haben. Da wir einige Wochen zuvor den Film Wolf Creek gesehen hatten, waren wir bereits völlig hysterisch, hielten ein Umleitungsschild für eine Falle und fuhren auf der gesperrten Straße weiter.

Darwin

Von Litchfield aus kannst Du am Abend noch nach Darwin fahren, was normalerweise nicht länger als zwei Stunden dauern sollte. In Darwin verbrachten wir noch zwei Tage und gaben unseren Camper am nächsten Morgen wieder ab. Wie lange Du in Darwin bleibst und wohin Du von dort weiterreist, bleibt natürlich Dir überlassen. Darwin selbst hat keine besonderen Touristenattraktionen, aber man kann hier gut einige Tage verbringen.

Outback Australien Reisezeit

Während der Trockenzeit von April bis Oktober, also im australischen Winter, sind die Temperaturen im Outback angenehm. Nachts kann es sogar etwas kühl werden. Das Reisen im australischen Sommer von November bis März kann aufgrund der hohen Temperaturen sehr gefährlich werden, vor allem für uninformierte Touristen. Viele Wanderwege werden deshalb sogar von der Regierung gesperrt. Vermeide das Red Center zu dieser Zeit am besten.

Fazit Outback Australien

Die Strecke von Alice Springs nach Darwin ist eine der außergewöhnlichsten und facettenreichsten Routen für einen Road Trip in Australien. Nimm Dir ein bis zwei Wochen Zeit, versuche, Deine Übernachtungen im Voraus zu planen und vermeide am besten Fahrten in der Dunkelheit. Dann wird Dein Outback Abenteuer zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Du suchst nach weiteren Routen für einen Road Trip in Australien? Hier findest Du meinen Reisebericht über die australische Ostküste.

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