Neben seinem Image als Reisedestination für Strandurlaube und Dschungeltouren ist Mexiko vor allem für seine vielen Berge und Vulkane bekannt. Da der wohl bekannteste Vulkan in Mexiko, der Popocatépetl, durch seine Ausbrüche inzwischen nicht mehr zur Besteigung freigegeben ist, zeige ich Dir hier zwei Alternativen für einen Klettertag der besonderen Art.

Nevado de Toluca

Der Nevado de Toluca ist mit seinen 4690 Metern Höhe der vierthöchste Berg Mexikos und bietet einen umwerfenden Ausblick von oben auf seine zwei Kraterseen. Am besten kletterst Du zunächst bis ganz nach oben auf den Gipfel, um Dir einen Überblick zu verschaffen. Danach kannst Du über verschlungene Wege, durch kahle Vegetation nach unten kraxeln und bei gutem Wetter im eiskalten Kratersee baden oder Dir ein Picknick mit Blick auf die, auch im Sommer, schneebedeckten Gipfel schmecken lassen.

Wo liegt der Nevado de Toluca und wie komme ich hin?

Mitten im Nevado de Toluca Nationalpark, nahe der Stadt Toluca, nur etwa 60 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt, liegt dieser erloschene Vulkan. Mit dem Auto ist der Weg zum Eingang des Nationalparks ab dem Dörfchen Raices ausgeschildert. Fährst Du bis zum oberen der beiden Parkplätze, bist Du von dort aus in etwa einer Stunde bis zum Gipfel gelaufen. Der Weg ist steil und wird auf den letzten Metern etwas anstrengend, ist aber auch für unsportliche Menschen relativ gut zu bewältigen.

Bist Du auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, nimmst Du am besten den Bus nach Sultepec und steigt in Raices aus. Eine Mitfahrgelegenheit oder einen Colectivo (Minibus) von dort zum Nationalpark zu finden, sollte kein Problem mehr sein.

Besonderheiten Nevado de Toluca

Im Vergleich zu anderen Bergen Mexikos bist Du auf dem Nevado de Toluca ziemlich schnell und ohne besondere Ausrüstung am Gipfel angekommen. Dafür ist es hier auch wesentlich touristischer als zum Beispiel auf dem Malinche. Nach der Gipfelerstürmung kannst Du dafür entspannt zu den beiden Kraterseen Laguna del Sol und Laguna de la Luna hinunterwandern und ein Bad im türkisfarbenen Wasser nehmen, während oben auf dem Berg noch Schnee liegt.

Tipp: Vergiss auf keinen Fall Deine Sonnencreme. Selbst bei wolkigem Himmel und Temperaturen knapp über Null Grad kannst Du Dir dort oben innerhalb weniger Stunden einen heftigen Sonnenbrand einfangen. Ich spreche leider aus Erfahrung.

La Malinche

In vier Stunden zum Gipfel auf 4.461 Meter Höhe – und das ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Die Malinche zu besteigen, ist schon aufgrund ihrer sagenumwobenen Geschichte eine besondere Erfahrung. Der Berg ist immerhin nach der berühmtesten Verräterin des ehemaligen Aztekenreichs benannt.

Malinche: Anreise

Schon die Anreise zur Malinche ist wesentlich komplizierter als zum Nevado de Toluca. Wahrscheinlich ein Grund, warum man hier während der gesamten Besteigung kaum einem anderen Menschen begegnet. Vom CAPU, dem Busbahnhof in Puebla, nimmst Du zunächst einen Reisebus in das Örtchen Apizaco und fragst Dich von dort zu der Station durch, wo die Colectivos abfahren. Diese fahren von dort aus regelmäßig in knapp einer Stunde zum Eingang des Nationalparks.

Besonderheiten Malinche

Auf den ersten Kilometern Richtung Malinche hast Du wahrscheinlich eher das Gefühl, einen Waldspaziergang und keine Bergbesteigung zu unternehmen. Sobald Du aus dem Wald heraus bist, geht es allerdings plötzlich ziemlich steil nach oben und die Kondition wird eindeutig mehr gefordert als auf dem Nevado de Toluca. Gott sei Dank kann man immer wieder Pausen einlegen und die einzigartige Landschaft bewundern.

Auch die Umgebung ist hier eine völlig andere: leichter Nebel und keine Menschen geben Dir das Gefühl, am einsamsten, magischsten Ort der Erde gelandet zu sein. Kurz vor dem Gipfel schlägt das Ganze wirklich eher in eine Kletter- als eine Wandertour um. Über großes Geröll geht es im steilsten, letzten Abschnitt dem Gipfel entgegen. Die Aussicht neben dem Gipfelkreuz entschädigt Dich aber sofort für die Strapazen.

Fazit Mexiko Vulkan

Falls du keine großen Ambitionen hast zu klettern oder Dich übermäßig sportlich zu betätigen, fährst Du besser zum Nevado de Toluca. Auch dort bekommst Du Kletterspaß mit einer tollen Aussicht. Allerdings ist der Nevado de Toluca an einigen Stellen etwas überfüllt mit Touristen. Dafür schaffst Du es innerhalb einer Stunde auf den Gipfel. Wer etwas mehr Zeit einplant, fit und klamottentechnisch besser ausgerüstet ist, für den ist die Malinche die interessantere Alternative. Der Aufstiegt dauert je nach Kondition drei bis fünf Stunden. Du bist dort allerdings meist völlig allein mit Dir und der Natur.

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